English
Johannes Kreidler Komponist

product placements (2008)

Musikstück / Aktion ("Musiktheater")  in English

Stereo-Soundfile / Dauer: 33 Sekunden, mit 70 200 Fremdzitaten

Der Che "Guevara des Copyrights" (taz) vor seinem Laster voller Papier am Tag der Aktion. Foto: Julia Seeliger

Anmeldung bei der GEMA mit 70 200 Einzel-
nachweisen für jedes darin verwendete Zitat.

Aktion mit Lastwagen, Papierkolonnen, Trägern und Presse am 12.09.2008 bei der GEMA Generaldirektion Berlin am Wittenbergplatz.

<-- Der "Che Guevara des Copyrights" (taz) vor seinem Laster voller Papier während der Aktion. Foto: Julia Seeliger

Offizielle Gesamt-Dokumentation

YouTube-Link

Berichte über den Ablauf der Aktion

3Sat Kulturzeit Filmbericht // Bericht in der Neuen Musikzeitung // Film der Neuen Musikzeitung // Der Kreidler/Dostal - Disput // Dooload // ZDF Infokanal - Elektrischer Reporter // WDR3 TonArt // DeutschlandRadio Kultur // Video von Moritz R (von "Der Plan") // julia-seeliger.de (Die Grünen) // fotos 1, fotos 2, fotos 3 // DIE ZEIT // Darstellung der Diskussion (news godot.de) // gulli // Freie Radios // diesellog // Bilanzierendes Interview mit der Piratenpartei // Videoregister // Im Feuilleton der print-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 13.9. erschien ein Kommentar. // Bayern2-Zündfunk berichtete am 12.9. mit einer ausführlichen Reportage.

Berichte vor der Aktion

TAZ-Interview // Berliner Zeitung-Interview // Telepolis // Sueddeutsche Zeitung // DIE ZEIT // Piratenpartei-Interview // NMZ-Diskussion // Heise-Diskussion // freie Radios // Netzwelt // BR3 // DeutschlandRadio // Nerdcore-Diskussion // Ni siuiera // Gulli-Diskussion // Henusode // Lumperladen // laut.de // Robs Blog // sozlog // Fraktal.log sowie in etlichen weiteren Tageszeitungen, Radios und Hunderten Blogs in über fünfzehn Sprachen.

[Internationale Berichte]

Trailer

[Langversion]

Presseservice

Pressemitteilung [PDF]

Einen Essay über die genaueren Beweggründe der Aktion gibt es [hier]

Guiness-Buch der Rekorde

Johannes Kreidler soll für einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde vorgeschlagen werden.

Witz

Mail an Kreidler: > Herr Kreidler, was sagen Sie dazu, ich überbiete Sie jetzt und komponiere ein Stück mit 80 200 fremden geistigen Eigentümern!

Kreidler: Vergessen Sie's, das ist eine billige Kopie meiner Idee und fällt unter Diebstahl geistigen Eigentums.

Das Stück product placements

 

 

Jetzt auf YouTube, da aus ungeklärten Gründen das Stück zuvor vom Server in San Francisco genommen wurde...

 

 

Termine

Am Dienstag, 30.6. kommt auf Radio Circulo (Spanien) um 13h eine Sendung mit dem Stück.

Am Dienstag, 9.6. kommt zwischen 22h und 24h ein Interview auf Rockfun24.

Am Dienstag, 12.5. und am Donnerstag, 14.5.09 kommt ein Bericht auf MDR Sputnik (Sendungen SOUNDCHECK und POPKULT).

Am Montag, 20.4.09 kommt um ca. 19.30h ein Bericht auf BauhausFM.

Am 1.4.09 führe ich ein live-Gespräch auf DeutschlandRadio Kultur zum Thema GEMA und YouTube, wo es auch um meine Aktion letztes Jahr geht.

Am Sonntag, 14.9. wird Johannes Kreidler in der ARD-Zentrale für WDR1 interviewt.

Der Beitrag "Der Anfang vom Ende des geistigen Eigentums?" von Manuel Christa kommt im September auf verschiedenen freien Radios.

Vom 26. bis 28.9. ist Johannes Kreidler zur Tagung "Kreative Arbeit und Urheberrecht" von Hartware MedienKunstVerein, Dortmund, und iRights.info, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung, eingeladen und wird über die Aktion sprechen (im Beisein des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden der GEMA, Frank Dostal).

Im Oktober wird die Skulptur+Videoinstallation von product placements in Berlin bei PartyArty ausgestellt werden.

Am 7.10. steht Johannes Kreidler eine Stunde dem Küchenradio Rede und Antwort.

In der November-Ausgabe der Positionen wird Johannes Kreidler einen längeren Artikel über die Aktion schreiben, die Publikation eines Buches über die Aktion ist geplant.

Ein Bericht mit Interview vom elektrischen Reporter des ZDF Infokanals erscheint im November.

Die US-amerikanische Tänzerin Anna B. Scott wird eine Choreographie zu "product placements" in L.A. aufführen.

Mittwoch, 10.9. ist ein ganzseitiges TAZ-Interview online und in print.

Donnerstag, 11.9. das Berliner Zeitung-Interview online und in print.

Donnerstag, 11.9. erschien in der B.Z. ein Artikel.

Am Mittwoch 10.9. um 14.10h auf RadioEins und um 19.10h auf WDR3 wurde Johannes Kreidler live interviewt.

Am Donnerstag, 11.9. um 15.40h auf RadioFritz und am Freitag, 12.9. um 8.45h auf FluxFM wurde Johannes Kreidler live interviewt.

Am Freitag, 12.9. (Tag der Aktion) wurde auf 3Sat Kulturzeit um 19.20h berichtet, der elektrische Reporter des ZDF Infokanals, BR2, DeutschlandRadio, der WDR und viele andere waren vor Ort.

Am Samstag, 13.9. ab 14.05h wurde auf DeutschlandRadio ausführlich berichtet und zwischen 19 und 20h auf Stadtradio Göttingen.

Seit Dienstag, 26.8. gibt es im Portal der Piratenpartei ein ausführliches Email-Interview.

Das Telepolis-Magazin veröffentlicht einen sehr guten, längeren Bericht.

Am Dienstag, 26.8. erscheint in der Süddeutschen Zeitung ein Interview zu der Aktion (jetzt.de).

Eine erste Diskussion dazu gibt es auf dem Blog der Neuen Musikzeitschrift (nmz), eine zweite auf dem Blog "Nerdcore.de", eine längere Besprechung dazu auf dem Blog "Ni siuiera"; eine schöne Darstellung samt Diskussion gibt es auf dem gulli-Blog, ebenso auf henusode oder auf Lumperladen oder auf laut.de oder auf Robs Blog oder auf sozlog und mittlerweile in Hunderten Blogs, nun auch nicht nur in der Schweiz und Österreich, sondern auch in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien, Skandinavien, Großbritannien, USA, Ungarn, Bulgarien und Russland. Spread the word! Und weiter eigene Gedanken dazu formulieren – wir brauchen Theorie zur Aktion! Zum Beispiel auf Fraktal.log.

Die größte Diskussion findet derzeit auf heise online statt.

FoeBud unterstützt die Aktion ebenso wie die Piratenpartei.

Die Piratenpartei Hamburg wird beim 1. OpenSource-OpenAir in HH den Trailer jeden Abend zeigen.

Am Mittwoch, 20.8. berichtet zwischen 16 und 17h radio-z von der Aktion. Der Radiobericht ist nun online und beim freien Radio verfügbar (oder hier) – übernommen von Radio Blau, am Freitag 22.8. zwischen 19 und 19.45h, Radio Corax am 22.8. zwischen 18 und 19h, coloRadio am 23.8. zwischen 12 und 14h, Radio Darmstadt am 27.8 und Radio Frei am 29.8. um 10.55h.

Am Donnerstag, 21.8. kommt um 13.30h ein Bericht / live-Interview auf MDR Sputnik.

Am Freitag, 22.8. kommt um 13.40h ein Bericht / live-Interview auf RadioEins.

Am Samstag, 23.8.2008 um ca. 18.40h wird Johannes Kreidler live in der Sendung "Trackback" bei Radio Fritz im Studio zum Thema befragt werden.

Am Sonntag, 24.8. kommt zwischen 15.30 und 15.45h ein Bericht auf Radio Strassenfeger.

Am Montag, 25.8. kommt auf dashitradio ein Bericht / Interview (genaue Zeit wird noch bekanntgegeben).

Am Dienstag, 2.9. kommt auf on3 des BR ein Bericht / Interview um 17.10h.

Am Samstag, 6.9. kommt auf DeutschlandRadio Corso ein Bericht / Interview um 15.20h.

Auf SpiegelOnline wird (runterscrollen!) ebenfalls berichtet und bei Perlentaucher verwiesen (runterscrollen!). Und selbst in der Kronenzeitung, von deren Inhalten ich mich ansonsten ausdrücklich distanziere.

mp3.de berichtet.

Ebenso das ZEIT /Zuender-Magazin und t-online.

Seit Montag, 25.8. ist Johannes Kreidlers Essay zur Aktion auf IP-Notiz erschienen (später auch in print).

itexaminer und die Tiroler Straßenzeitung 20er planen Berichte.

Offizielle Stellungnahme der GEMA vom 11.09.2008

Kurz vor der Aktion hat die GEMA doch noch eine Pressemitteilung herausgegeben.

Johannes Kreidler dazu:

Jetzt auf einmal heißt es also, die Fremdzitate in meinem Stück seien "wohl eher nicht" relevant. Warum steht dann im Anmeldebogen, dass jeder noch so kleine Teil angegeben werden muss? Lenkt die GEMA nun tatsächlich ein und gibt kleine Schnipsel frei? Ist das der Anfang vom Ende des Copyrights?

Die GEMA schreibt, man könne problemlos Werke online anmelden – aber eben nicht Werke mit Fremdanteilen!

Angeblich gibt es 60 000 zufriedene GEMA-Mitglieder – aber meine Aktion wurde auf Youtube in den letzten drei Wochen über 70 000 Mal gesehen, es gibt ein breites Medienecho und viele Diskussionen – existiert das für die GEMA nicht?

Die GEMA beruft sich darauf, dass sie eben das Urheberrechtsgesetz anwenden müsse – als ob sie nicht Lobbyarbeit machen würde. Oder werden hier nur unhinterfragt Befehle ausgeführt?

Zu den mit der Aktion eigentlich angesprochenen und in meiner Pressemitteilung formulierten Themen – Umgang mit Musik im digitalen Zeitalter, Verfügbarmachung einerseits und Vergütung andererseits – schweigt sie sich aus. Ich rufe die GEMA auf, sich bei der morgigen Aktion dazu zu äußern.

Schöpfungshöhe

Interview mit Johannes Kreidler zu seiner Aktion product placements. Das Gespräch führte Robert Mayer vom Museum für moderne Kunst.

M: Sie wollen am 12. September 2008 um 11 Uhr vormittags bei der GEMA in Berlin mit einem Laster vorfahren und 70200 Formulare zu einer Werkanmeldung einreichen, das nämlich genau so viele Zitate beinhaltet. Wie kommt es zu dieser Zahl?

K: Durch Bescheidenheit. Ich habe stark untertrieben, theoretisch kann man am Computer pro Sekunde schon 44 100 Zitate abspielen. Ich will aber die GEMA gar nicht quälen, es geht hier um Visualisierung, etwas soll wahrnehmbar werden, also ästhetisiert werden.

M: Das Urheberrecht?

K: Die digitale Welt, mit der das Urheberrecht nun fertig werden muss.

M: Aber Sie sind doch selbst als Komponist Urheber und am Schutz Ihres geistigen Eigentums interessiert? 

K: Schauen Sie genauer hin: Ich bin Komponist von Avantgarde-Musik, der sogenannten "Neuen Musik", und damit verdien ich praktisch gar nichts, und da kann ich mir natürlich die Häme über die Musikindustrie besonders schwer verkneifen.

M: Sie haben mit der GEMA telefoniert...

K: Wenn ich bei der GEMA Mitglied bin muss ich jedes Werk von mir anmelden, und ich muss  Anteile anderer Urheber angeben und dafür Lizenzen vorlegen. Da gibt es nun ein kleines Feld in dem Anmeldebogen, wo ich das eintragen kann. Da ist aber kein Platz für 70 200 Fremdanteile, und ebensowenig im Hirn der Angestellten, die mich da am Telefon „beraten“ hat.

M: Wenn nun Ihr Stück aber nur 33 Sekunden lang geht, sind diese Tausende Zitate doch unhörbar kurz.

K: Das bestimmen nicht Sie, sondern Juristen. Schon kleinste Klangfetzen können als fremdes geistiges Eigentum gelten, worauf der Anmeldebogen ausdrücklich hinweist. Es gibt da dieses ironische Wort dafür, „Schöpfungshöhe“. Dazu zählt jeder Murks der Volksmusik, und natürlich potentiell auch jedes Byte. Und am Computer kommt man schnell auf große Zahlen, das merkt Schäuble ja auch mit seinen Abhördaten. Die riesigen Datenmengen finde ich interessant, das thematisiere ich, denn das sind so unglaubliche, unfassbare Quantitäten.

M: Die Neue Musik ist nicht gerade populär. Wollen Sie, weil die Neue Musik künstlerisch nicht wahrgenommen wird, mit einer juristischen Angelegenheit Aufmerksamkeit erregen?

K: Es ist schon irre, dass die Neue Musik wenn dann nur gehört und nicht abgehört wird. All the world’s a stage – außer der Neuen Musik. Diese Freiheit ist falsch und unrechtens, vor allem weil der Preis die Wirkungslosigkeit ist. Ich würde mir wünschen observiert zu werden, endlich interessiert sich jemand für mich – und hört Avantgarde. In dem Film „Die Firma“ wird ein Paar abgehört, und sie stellen deshalb immer Musik an, wenn sie sich unterhalten wollen: so fördert Musik auch die Kommunikation. Musik als Firewall. Und das sind Fragen, die mich als Komponist interessieren: Wie muss eine Musik beschaffen sein, dass man sich dazu unbehelligt unterhalten kann? Ich will jetzt nicht ewig auf der GEMA rumhacken, aber ich fänd die Frage schon interessant, wenn mich jemand abhört und da hört der dann meine Musik, ob ich dafür Tantiemen kriege.

M: Zurück zur GEMA: Ihr "Musiktheater", wenn man es so nennen will, scheint auf den ersten Blick anarchistisch. Die GEMA kann ja unmöglich 70 200 Formulare bearbeiten.

K: Muss sie aber (theoretisch), denn so ein Stück ist technologisch machbar, und ich möchte mit der "Materialisierung" der Urheberrechtsfrage im digitalen Zeitalter eigentlich eine Lösung erzwingen. Die haben dann ja ein handfestes Problem, diese Formularberge die sie abarbeiten müssen.
Die anarchistischen Zeiten sind ja jetzt zu Ende, ich meine die Zeit des freiern Verkehrs im Internet. Die, die jetzt abgemahnt werden sind die Aids-Toten des Informationszeitalters. Ich war bislang im Glauben, dass die Technologie am längeren Hebel sitzt, aber jetzt fürchte ich doch ernstlich, dass die Software-Riesen, denen der Staat zuarbeitet, das Oberwasser gewinnen wird, und das geht jetzt aber nur mit ziemlicher Brutalität seitens des Staats. Darum ist mein Stück so kurz, das ist zu Ende. Als nächstes komme ich mit einem leeren Laster und reiche ein symbolisches Nichts ein, meine Musik ist nun geläutert und rein, nur von mir und niemandem sonst. Ich habe mir schon einen Decoder dafür programmiert, „3pm“, die Umkehrung von „mp3“, mit dem nicht die unhörbaren Frequenzen entfernt werden, sondern die hörbaren. Das wäre die Lösung.

Juli 2008

Langversion des Trailers

 

Internationale Berichte (Auswahl)

Englisch:
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Französisch:
Numerama // L'Oreille en Feu // Vacarm // soundtrack of my life // digiboy // Manufacture francaise d'harmonie de précision // zik'n'blog

Spanisch:
Remixtures // Music Check // monofonicos // Ningunterra // ivalladt // SLF Musica 2.0

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Holländisch: Marco Raaphorst // trendbeheer // simuze // Mcast.fm Italienisch: Punto Informatico // Zonix 88 Schwedisch: Copyriot // Realtid Russisch: Livejournal Finnisch: Piraattiliitto Polnisch: nowamuzyka Portugiesisch: Producoes Ficticias Tschechisch: kulturni tydenik Ungarisch: midi.blog Bulgarisch: dot.cult